IeSF Challenge 2010 – Grand Final (Daegu)

Die letzte Etappe in Korea führte mich nach Daegu zum Grand Final der IeSF Challenge 2010. Daegu ist mit 2.5 Millionen Einwohnern die viertgrösste Stadt in Südkorea. Die Reise aus Seoul, haben wir mit dem Zug zurück gelegt. Der Zug der KTX-Linie fuhr über grosse Teile der Stecke mit 300 km/h und benötigte circa 1.5 Stunden für den Weg von Seoul nach Daegu.
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Das Grand Final und General Meeting des IeSF (International eSports Federation) fand in diesem Jahr in Daegu statt. Die IeSF ist eine Vereinigung von mitlerweile 24 Nationalen E-Sport Verbänden, zu welchem der Schweizer Verband (SESF, Swiss E-Sports Federation) seit Beginn an dabei ist. Bereits zum dritten Jahr in Folge, findet die jährliche Verbandssitzung zeitgleich mit einem eigens organisierten Internationalem Turnier statt. Wie im vergangenen Jahr, wurden auch in diesem Jahr Turniere in zwei Disziplinen ausgetragen.
Für die Turniere in den Disziplinen Warcraft 3 und FIFA, wurden Spieler der 15 Mitgliedsnationen und weiteren 10 Gastländern nach Daegu eingeladen. Diese spielten im Rahmen des Turnieres des IeSF um eine gute Platzierung des Landes für das Internationale Ranking. In beiden Disziplinen musste man die Schweizer Spieler als Aussenseiter betrachten. Die Disziplin Warcraft 3 gehört zu den Spielen in welchen man den Koreanern kaum etwas vormachen muss. Neben Ausnahmetalenten wie dem Holländer (Grubby) vermochte keiner der Nichtasiaten den professionellen Spielern aus Korea und China das Wasser reichen. Der besagte Holländer konnte mit seinem zweiten Platz die Ehre Europas doch noch gut verteidigen. 
In Sachen FIFA bzw. FIFA Online 2 sah die Sache leider ähnlich aus. Während dem in Europa noch die traditionelle Version von FIFA (jedes Jahr erscheint eine neue Version) gespielt wird, kennt man in Asien nur noch FIFA Online 2. Dabei handelt es sich um eine angepasste Version von FIFA 07, welche nur übers Internet spielbar ist. Dies hat man eingeführt, weil Offline-Spiele in Asiatischen Ländern noch öfters kopiert werden als in Europa.  In anderen Turnieren wie den World Cyber Games wird jeweils die "uns bekannte" Version von FIFA gespielt. Dort zeigt sich immer wieder, dass in Europa die besten Spieler in dieser Disziplin zu Hause sind. Insbesondere Deutschland verfügt über eine erhebliche Anzahl von talentierten und ambitionierten FIFA-Spielern. Auch in der Schweiz findet man in der grossen Masse der Casual-Gamer das eine oder andere Talent. So konnte in der Vergangenheit immer mal wieder ein Schweizer Spieler auf Internationaler Ebene überraschende Resultate liefern. 
Mit FIFA Online sah dies leider anders aus. Die beiden Schweizer Spieler vermochten sich zwar gegen ihre Europäischen Gegner durchsetzen zu können. Gegen erfahrenere Spieler wie dem Inder, gegen welchen Patrick Brunner spielen musste, war es aber zu schwer. Beide Spieler konnten ihr Talent und Potential zeigen, die fehlende Spielpraxis in der gespielten Version konnten sie aber nicht wettmachen. 


 
Daegu und Umgebung
Neben dem Event hatte ich auch noch die Chance die Stadt bei Tag und bei Nacht etwas kennen zu lernen. Obwohl Daegu mit seinen 2.5 Millionen Einwohnern für Schweizer Verhältnisse eine riesige Stadt ist, wirkt es gegenüber Seoul schon fast wieder klein. Bereits vom Weg zwischen Bahnhof und Hotel hatten wir diesen Eindruck, welcher uns während der ganzen Zeit vor Ort nicht mehr verlassen hat.
Am ersten Tag bin ich mit dem Kollegen aus Österreich, Spanien und einem in Deutschland lebenden Koreaner in ein leicht abgelegenes Dorf ausserhalb von Daegu gefahren. Dort haben wir ein Dorf besucht, welches um das Jahr 1616 von Choi Dong-jip erbaut wurde. Die Familie Choi war zur der Zeit einer der reichsten Familien in der Region. Die Teils renovierten oder sogar noch bewohnten Häuser entsprechen dem typischen Baustil Koreas in dieser Zeit. In vielen Belangen erinnerte es mich an Japan, welche durch ihre Herrschaft in Korea auch gewisse Spuren hinterlassen haben.


An den Abenden haben wir vor allem im Zentrum von Daegu einige nette Bars und Clubs gefunden. In den engen Gassen von Daegu herrschte zu jeder Tageszeit bis tief in die Nacht Hochbetrieb. Neben den Bars und Clubs waren aber auch Essensstände und andere Läden noch lange offen und gut besucht. 
Obwohl Daegu nicht denselben Reiz hat wie Seoul und weitaus weniger spektakulär ist, bietet es doch einiges an Abwechslung. Mit etwas mehr Zeit hätte ich wohl auch noch das eine oder andere gesehen was Daegu ausmacht. Die Stadt strahlt aber wie jede mir bekannte Asiatische Stadt (Seoul, Busan, Tokyo, Daegu) viel Energie und Leben aus. Die Mischung aus "New York City Style" und "Las Vegas Kitsch" hat zumindest für eine kurze Dauer etwas reizvolles.





 

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